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Spaziergang durch die Firmen- und Familiengeschichte
Man schrieb das Jahr 1874, das Deutsche Kaiserreich war gerade vor 3 Jahren in Versailles aus der Taufe gehoben worden, da fasste Richard Zweygart den Entschluss eine Eisen- und Eisenwarenhandlung zu betreiben, en gros und en detail, wie es damals so schön hieß, Lebensmittel waren eingeschlossen. Die Söhne Richard, Walter und Emil standen ihrem Vater zur Seite. In vielen Oberamtsstädtchen der damaligen Zeit gab es solche Handelsunternehmen, die für die Rundumversorgung der Bevölkerung zuständig waren. Das Leben ging damals geruhsam seinen Gang, es wurde aber genauso fleißig gearbeitet wie heute, vor allen Dingen aber wesentlich länger. Kriege, die über die Menschheit hereinbrechen, bedeuten eine Katastrophe für die Familien und die Unternehmen. So hat auch der erste Weltkrieg viel Leid über die Familie Richard Zweygart gebracht. Sohn Richard fiel 1914, Sohn Emil 1918. Sohn Walter durfte unversehrt aus dem Krieg heimkehren und übernahm 1919 das Unternehmen aus den Händen seines Vaters. Im Erbgang übernahm die Schwester Luise mit ihrem Mann Emil Kriegbaum die Lebensmittelabteilung, die 1928 in die Karlstraße ausgegliedert wurde. Die Weltwirtschaftskrise hinterließ im wirtschaftlich geschwächten und mit Reparationszahlungen belasteten Deutschland tiefe Spuren. In diesen stürmischen Zeiten erforderte es höchstes kaufmännisches Geschick, das Schiff auf Kurs zu halten und das Unternehmen voranzubringen. In der Nacht vom 7. zum 8. Oktober 1943 trafen etliche Fliegerbomben das Haus Poststraße 51, das vollständig abbrannte. Walter Zweygart starb im Luftschutzkeller, nachdem er seine Familie und Nachbarn, die im Luftschutzkeller waren, ins Freie geleitet hatte. Sohn Richard fiel in den letzten Kriegstagen in Thorn an der Weichsel. In fremden Räumen führte die Ehefrau von Walter Zweygart, Eugenie Zweygart, mit großem persönlichem Einsatz das Unternehmen weiter, Sohn Manfred stand ihr zur Seite. Kunden und Lieferanten hielten uns die Treue. Helmut Zweygart, der 1945 aus dem Krieg heimkehrte, führte nun zusammen mit seinem Bruder Manfred das Unternehmen. Das erste Ziel war, das Gebäude Poststraße 51 wieder aufzubauen. 1949 konnten wir die neuen Räume beziehen. Kein späterer Bau erfüllte uns so sehr mit Stolz und Freude wie der Wiederaufbau unseres alten Stammhauses. 1964 konnte in der Poststraße 53 der Erweiterungsbau eingeweiht werden. Bald zeigte sich erste Raumnot im Stahllager, denn ein kostengünstiger Umschlag von Stahl braucht Fläche. Über Königsbergerstraße und Hanns-Klemm-Straße, fand der Stahl seine endgültige Bleibe 1991 in einer modernen Stahllagerhalle in Ehningen. Der Großhandel mit Eisenwaren erforderte nun auch eine neue Bleibe und in der Otto-Lilienthal-Straße 27 in Böblingen entstand eine geräumige Halle, die 1987 einen großen Anbau erhielt und einen Profi-Baumarkt mit aufnahm. Der gewachsenen Bedeutung des Unternehmens entsprechend traten 1985 Das Einzugsgebiet wurde größer, 1993 kauften wir in Tübingen die Eisenwarenhandlung Stehle und richteten dort einen Abholfachmarkt ein. 1995 erwarben wir in Hechingen ein Grundstück mit Lagerhalle und richteten auch dort einen Abholfachmarkt ein. 1996 konnten wir zwei namhafte Wettbewerber, die Firma EWH Eisenwarenhandel GmbH in Nürtingen und die Haller Würthner GmbH in Villingen-Schwenningen erwerben. Nun aber ergaben sich wieder räumliche Probleme und wir bezogen das leerstehende Massa-Gebäude in Ehningen, um dort unser Logistikzentrum und unsere Verwaltung unterzubringen. 1997 konnten wir unseren neuen Abholfachmarkt neben dem Stahlhandel in Ehningen einweihen. 1997 übernahmen wir die Scharr Schweißtechnik mit Umzug aus Stuttgart-Vaihingen in den neuen Fachmarkt nach Ehningen. Bisher haben wir uns über die Vergangenheit unterhalten. Genauso wichtig aber ist, was in der Zukunft sein wird, denn Erfolg beruht unter anderem auch auf langfristiger Planung. In Gärtringen, dem künftigen Sitz unseres Unternehmens, haben wir 1998 ein Grundstück gekauft. Unser Logistikzentrum und unsere Verwaltung sollen dort ihre endgültige Bleibe finden. Am 01.07.99 trat der bisherige Prokurist Gerhard Pfeiffer als vollhaftender Gesellschafter in das Unternehmen ein. Am 28. August 2000 erfolgte der "Spatenstich" für das neue Verwaltungsgebäude, die "Grundsteinlegung" am 12. September 2000. Am 12. Mai 2001 wurde der erste Bauabschnitt mit dem Bezug des Verwaltungsgebäudes abgeschlossen. Zu Beginn des Jahres 2002 waren wir sehr aktiv. In Merzig wurde ein Fachmarkt neu eingerichtet. In Rottweil übernahmen wir den Bereich "Werkstatt- und Industriebedarf" mit Fachmarkt von der Firma Bucher-Handel. Im August 2003 haben wir uns entschlossen, das in Schieflage geratene schwäbische Traditionsunternehmen "Nonnenmacher und Mehl" in Neu-Ulm weiterzuführen. Zum 1. Juli 2004 erfolgte die Betriebsaufspaltung in die Zweygart Immobilien- und Beteiligungs KG und die Zweygart Fachhandelsgruppe GmbH & Co. KG, in der das operative Geschäft verbleibt. Geschäftsführende Gesellschafter sind Gerhard Pfeiffer und Dr. Wolfgang Zweygart. Auch 2005, in dieser allgemein wirtschaftlich schwierigen Zeit, gehen wir kontinuierlich den Weg nach vorne. Wir freuen uns ganz besonders, dass sich unsere Fachhandelsgruppe um eine weiters Unternehmen, die Firma UNIBAUTECHNIK aus Horb vergrößert hat. Mit dieser Erweiterung sind wir nun in der Lage, unseren Kunden ein noch größeres Sortiment anzubieten. Durch diesen Zukauf hat sich unser Einzugsgebiet auf die Bundesrepublik ausgeweitet. Seit Herbst 2005 ist die Firma Schwaderer aus Memmingen ebenfalls unter dem Dach der Zweygart Fachhandelsgruppe. Im Sommer 2007 konzentrierten wir uns auf das Kerngeschäft PVH durch den Verkauf des Stahlhandels. Frank Zweygart scheidet aus. Die Zweygart Fachhandelsgruppe wurde von der DEKRA Certification GmbH Stuttgart am 07.11.2007 nach ISO 9001:2000 zertifiziert. Im April 2008 haben wir die Firma Hofer in Achern übernommen. Mit Wirkung zum 31.12.2010 ist Herr Dr. Wolfgang Zweygart als Gesellschafter und Geschäftsführer aus dem Unternehmen ausgeschieden. Alleiniger Geschäftsführer ist Herr Gerhard Pfeiffer. Die Zweygart Fachhandelsgruppe wurde von der TÜV Rheinland Cert GmbH am 14.02.2011 nach DIN ISO 9001:2008 zertifiziert. Am 01.01.2011 übernimmt die Augusta Beteiligungsgesellschaft 100% der Gesellschaftsanteile an der Zweygart Fachhandelsgruppe. Vertreten durch Herrn Aloysius Staub - seit 01.10.2011 alleiniger Geschäftsführer. |
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| Das stattliche Haus in der Poststraße 51 in Böblingen. Der Gründer Richard Zweygart steht oben auf der Treppe. |
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| Der Zweygart-Fachmarkt Ehningen | ||||||||||
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| Das neue Verwaltungsgebäude in Gärtringen, Fertigstellung Mai 2001 |
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| Jörg Glaus und Marc-Daniel Schraag |
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